Turngau Mitarbeiter treffen sich zum Frühlingsfest

Nach langer Zeit trafen sich die MitarbeiterInnen des Turngau Neckar Tecks wieder in gemütlicher Runde zu einem Informationsaustausch und Kennenlernen.

Pünktlich zum offiziellen Ende aller Corona-Maßnahmen konnten sich die TurngaumitarbeiterInnen und ihre Partner in lockerer Runde bei gutem Essen unn interessanten Vorträgen zu einem geselligen Beisammensein im Schlemmertöpfle treffen.

Obwohl das offizielle Turngau-Jubiläum ja bereits letztes Jahr gefeiert wurde, gab es erneut Anlass auf ein Teil-Jubiläum Rückblick zu nehmen. 50 Jahre Fusion der beiden Turngaue Mittlerer Neckar und Teck-Neuffen. In gekonnt professioneller Weise erinnerte der Ehrenvorsitzende des Turngaus, Horst Packmohr, an die damaligen Überlegungen und Vorbehalte (siehe Text weiter unten).

Ein paar kleine Ehrungen gab es auch, und noch kurz vor dem Nachtisch traf man sich auf ein Gruppenbild vor dem Lokal.

Der Turngau bedankt sich bei allen anwesenden Gästen für ihr Kommen und die nette Zeit zusammen.

Hier der Text aus Horst's Rede:

50 Jahre fusionierter Turngau Neckar-Teck e.V. (1973 – 2023)

Im Zuge der politischen Kreisreform, die per Gesetz zum 1.1.1973 in Kraft trat, änderte der Württembergische Landessportbund die Grenzen seiner Sportkreise. In unserem Gebiet entstand aus dem Sportkreis Esslingen und dem Sportkreis Nürtingen zum gleichen Termin der Sportkreis Esslingen.

Aus organisatorischen, personellen und finanziellen Gründen beschäftigte sich auch der Schwäbische Turnerbund mit einer Neuorganisation seiner Turngaue.  Aus 18 Turngauen sollten unter Beachtung der Kreis- und Regionalgrenzen 15 Turngaue entstehen. Bereits im Januar und Februar nahm der STB Gespräche mit den Vorsitzenden der Turngaue Mittlerer Neckar und Teck-Neuffen auf. Der Vorschlag des STB sah einen Zusammenschluss der beiden Turngaue über eine anfängliche Zusammenarbeit bis zum Zusammenschluss nach einigen Jahren vor. Der Namensvorschlag Neckar-Teck wurde  den beiden Vorgängernamen entnommen.

Die Vorstandsvertreter der beiden Turngaue trafen sich am 21. Februar 1970 unter dem Vorsitz des STB im Ratskeller in Stuttgart. Beide Turngaue waren sich dabei einige, dass es sich hier nur um eine Maßnahme auf lange Sicht handeln könnte. Außerdem brachte man zum Ausdruck, dass zurzeit von beiden Seiten kein Bedürfnis für einen Zusammenschluss bestehe und stellte fest:

  • - Die Turngaue seien in ihrer Größenordnung noch zu kontrollieren und die Vereine besser zu betreuen.
  • - Zurzeit sei von personeller Seite keine Klage zu erheben. Vielleicht könnte dieses Problem aber in einigen Jahren akut werden.
  • - Die Finanzen beider Turngaue seien in Ordnung.
  • - Deckungsgleiche Turngaue mit den politischen Kreisen können für die Zukunft die Arbeit von STB und Turngau erleichtern.

Vom Turngau Teck-Neuffen wurde angeregt, man möge im fachlichen Bereich sich gegenseitig absprechen und gemeinsame Lehrgänge und Meisterschaften in den Bereichen Kunstturnen Frauen und Männer, Fechten, Jugendarbeit und gemeinsame Veranstaltungen wie Bergfest usw. durchführen. Wenn es hier zu einer Zusammenarbeit komme, könnte man versuchen, Stück um Stück einander näher zu kommen. Die nächste Aussprache sollte in einigen Wochen bei Karl Dieterich in Erkenbrechtsweiler stattfinden. Außerdem sprach man sich für den Fall der Verschmelzung für eine gleichmäßige personelle Verteilung der Ämter auf Mitarbeiter beider Gaue aus. Bei beiden Gauen fanden danach Diskussionen in ihren Gremien statt, die nicht immer für einen Zusammenschluss tendierten. In einer Pressemitteilung des Turngaues Teck-Neuffen vom 15. Juni 1970 nach einer Vorständetagung heißt es: „Der Turngau Teck-Neuffen sieht keine zwingende Gründe, sich mit dem Turngau Mittlerer Neckar zu vereinigen. Im Turngau Teck-Neuffen überwiegen die ausgesprochen ländlichen Vereine bei weitem, und auch die wenigen Stadtvereine bilden strukturell keine Ausnahme. Die Eingliederung in einen Turngau Neckar-Teck mit Orientierung nach Esslingen würde die Provinzvereine im Albrandgebiet und im oberen Neckargebiet zu Bedeutungslosigkeit abstempeln und die bisherigen Bindungen weitgehend lösen. Der Turngau wäre mit weit über 100 Vereinen und 20000 Mitgliedern viel zu groß, so dass die Übersicht, der positive Einfluss auf die Vereine und der sportlich enge Kontakt verloren gehen würden. Es käme unzweifelhaft zu einem Verfall  des in Jahrzehnten  gewachsenen Bewusstseins der Zusammengehörigkeit und damit zu einem Rückschlag für den Sportgedanken. Dem gegenüber wären die Vorteile nur unbedeutend. Die Ersparnisse an Zeit, Geld und Personal wären in einem Großgau kaum nennenswert, da man bei planmäßiger Intensivierung  der Spitzen- und Breitenarbeit doch gewisse regionale Unterteilungen vornehmen müsste.“ Der Turngau Teck-Neuffen sah seine gute Arbeit auf vielen Bereichen gefährdet und in der Eingliederung in einen größeren Verband für sich einen überwiegenden Nachteil. In den  beiden folgenden Jahren wogten dann die Meinungen in beiden Turngauen hin und her.  Schließlich zeichnete sich doch eine Annäherung ab und die vernünftige Einsicht für einen Zusammenschluss überwog. Am 29.Oktober 1972 fand dann in Ötlingen im Vereinsheim eine vorentscheidende Sitzung der Vorstände der beiden Turngaue statt. Der STB hatte vorher an seiner Hauptausschusssitzung am 7. Oktober 1972 in Stuttgart den Beschluss gefasst, dass sich die Turner nach den Verwaltungsgrenzen richten. Bis zum 1. Februar 1973 sollten die Turngaue über ihre Maßnahmen zu dem Beschluss an den STB Bericht erstatten. Bis zum 1. Juli 1973 sollte dann die Gebietsreform in einer außerordentlichen Hauptausschusssitzung des STB in Kraft gesetzt werden.

Unter dieser Vorgabe fassten die beiden Turngaue in Ötlingen folgenden Beschluss, der den Turntagen im Herbst zur Abstimmung vorgelegt wurde: „Die Vorstände und Gauausschüsse der Turngaue Teck-Neuffen und Mittlerer Neckar sind am 29. Oktober 1972 in einer gemeinsamen Sitzung in Kirchheim-Ötlingen übereingekommen, die vom Schwäbischen Turnerbund im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform vorgeschlagene Vereinigung der beiden Turngaue Mittlerer Neckar und Teck-Neuffen in absehbarer Zeit anzustreben. Die Gauturntage werden gebeten, die Vorstände und Ausschüsse zu beauftragen, die notwendigen Verhandlungen in diesem Sinne weiterzuführen.“

Bei der vom STB vorgeschlagenen Lösung würde der Turngau Teck-Neuffen ein Verein verlieren (TSV Grafenberg zu Kreis Reutlingen), der Turngau Mittlerer Neckar keine  Verein. Die Fildervereine, die zum Land- und Sportkreis Esslingen gehören und vorher beim Turngau Stuttgart waren, wollten bei diesem bleiben.

Die Turntage der beiden Turngaue stimmten dann aus Gründen der Vernunft den Fusionsverhandlungen zu. Man war sich einig darüber, dass es nur eine gleichberechtigte Lösung geben könnte, kein Aufhören und neu Anfangen, sondern nur eine nützliche Weiterarbeit. Nach weiteren fünf gemeinsamen Sitzungen der beiden Turngauvorstände und zwei der Satzungskommission, bei denen vor allem Satzungs- und Personalfragen geklärt wurden, setzten beide Turngaue getrennte Turntage auf den 30. Juni 1973 in der Stadthalle in Wernau zwecks Auflösung der Turngaue an. Nach der Auflösung beider Turngaue fand anschließend ein gemeinsamer Turntag zur Gründung des Turngaues Neckar-Teck statt.

Unter der Leitung des Vizepräsidenten des Schwäbischen Turnerbundes Dr. Carl Maier wurde die Neugründung des Turngaues Neckar-Teck mit Sitz in Esslingen, die Verabschiedung der Satzung sowie die Wahlen zügig durchgeführt. Turngauvorsitzender wurde Horst Packmohr (Owen), Stellvertreter Albert Seifried (Deizisau), Hermann Seiffert (Esslingen) und Karl Dieterich (Erkenbrechtsweiler). Die beiden bisherigen Vorsitzenden Rudolf Spieth (Esslingen) und Gerhard Tews (Owen) wurden von der Gründungsversammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Der Turngau Neckar-Teck war damit der erste Turngau des STB, der die Gebietsreform termingerecht durchgeführt hatte. Er besteht aus den Vereinen des Landkreises Esslingen, die bei der jährlichen Bestandserhebung an den Württembergischen Landessportbund unter der Sparte Turnen Mitglieder melden. Nur einige wenige Fildervereine gehören zum Turngau Stuttgart. Diese wurden, wie vorher schon erwähnt, vor der Fusion vom Turngau Stuttgart betreut und wollten auch nach der Reform bei diesem bleiben. Zum Turngau Mittlerer Neckar gehörten 1973 29 Vereine mit 12202 Mitgliedern und zum Turngau Teck-Neuffen 44 Vereine mit 9074 Mitgliedern, so dass der neue Turngau Neckar-Teck bei seiner Gründung aus 73 Vereinen und 21277 Mitgliedern bestand.

Die Mitgliederzahl setzte sich aus 11798 Turnern und 9479 Turnerinnen zusammen. 10664 Mitglieder waren unter 18 Jahren alt und 10613 Mitglieder über 18 Jahre. Nach 10 Jahren bestand der Turngau Neckar-Teck aus 84 Vereinen mit 29723 Mitgliedern. Die Turnerinnen (16395) hatten in den zehn Jahren die Turner (13328) überflügelt und damit den Trend im Deutschen Turner-Bund auch im Turngau bestätigt. In den zehn Jahren seines Bestehens ist der Turngau Neckar-Teck damit um 11 Vereine und 8446 Mitgliedern gewachsen. Diese positive Mitgliederbilanz und ein harmonisches Zusammenwachsen haben den Turngau zum stärksten Verband im Landkreis Esslingen werden lassen.

Die Aufgaben des Turngaues liegen in der Verbreitung und Förderung der Leibesübungen im turnerischen Sinne, wobei der Hauptwert auf den Breiten- und Freizeitsport gelegt wird, aus dem Spitzenleistungen organisch wachsen sollen. Der Deutsche Turner-Bund versteht unter Turnen die vielseitige Leibesübung auf seinen zahlreichen Fachgebieten für alle Alters- und Leistungsstufen beider Geschlechter. So gliedert sich das Turnen in der Zeit in die drei Bereiche Freizeitsport, Wettkampfsport und Spitzensport mit ihren vielfältigen Unterbereichen.

Neben dem umfangreichen Wettkampfprogramm führt der Turngau jährlich ein breitgefächertes Lehrgangsprogramm zur Aus- und Fortbildung von Übungsleitern und Trainern sowie Seminare und Vereinsberatungsabende für die Führungskräfte der Vereine durch. Der Schwerpunkt der Lehrarbeit liegt in der dezentralen, praktischen Übungsleiteraus- und Fortbildung, die im Auftrag des STB durchgeführt wird. Jährlich nahmen über tausend Teilnehmer daran teil.

Gleichzeitig zeigen die vorangegangenen Ausführungen, dass sich das zunächst ungewollte und ungeliebte Kind „Turngau Neckar-Teck“ gut entwickelt hat, von den Mitgliedern akzeptiert wurde und durchaus in der Lage ist, seine an ihn gestellten Anforderungen zu erfüllen. Seine Entwicklung nahm einen gedeihlichen und harmonischen Verlauf und seine Taten wurden bald von vielen Seiten anerkannt, so dass der Turngau Neckar-Teck sich heute mit seinen Leistungen in der Öffentlichkeit sehen lassen kann.

Im fünfzigsten Jahr seines Bestehens hat der Turngau Neckar-Teck 92 Vereine und 42085 Mitglieder. Das Präsidium bilden Renate Weber (Präsidentin), Ute Billerbeck (Vizepräsidentin Finanzen), Willi Kretzer (Vizepräsident Geschäftsführung), Maren Guld (Vizepräsidentin Wettkampf- und Spitzensport), Michael Mayer (Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit) und Eva Köhler (Jugendreferentin).

Turnen, Mehrkampf, Rope Skipping, Trampolin, Wettkampfgymnastik, Rhythmische Sportgymnastik, Faustball und karnevalistische Tänze sind die Sportarten des heutigen Turngaues.

Lehrgänge werden für Kampfrichter und den Sportbereichen Turnen, Kinderturnen und GymWelt angeboten.                             - 4 –

Leider sind dem Trend der Zeit folgend etliche familiäre, gesellige und festliche Veranstaltungen wie Gauturnfest, Kinderturnfest, Bergfest, Wandertag und Alterstreffen mit 500 bis 3000 Teilnehmern zum Opfer gefallen.

Mit dem diesjährigen fünfzigjährigen Bestehen des fusionierten Turngaues Neckar-Teck schließe auch ich meine 50 Jahre im Turngau ab und wünsche dem Turngau viel Glück und für die Zukunft alles Gute.

Horst Packmohr, 21.04.2023.

Hort Packmohr, Turngau-Ehrenvorsitzender, hält einen Vortrag über 50 Jahre Fusion der Turngaue Mittler Neckar und Teck-Neuffen.

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